Warum ich es liebe, mit Bildern Geschichten zu erzählen!

Es ist schon spannend, wie der Kopf anfängt zu arbeiten und in der tiefsten Vergangenheit zu kramen, wenn der passende Impuls von außen kommt. Auf einmal fallen mir Dinge ein, an die ich teilweise seeeehr lange nicht gedacht habe und stelle fest, dass es in den letzten Jahrzehnten bereits viele Momente gab, die mir immer wieder deutlich gezeigt haben, WAS ICH WIRKLICH LIEBE – und wohin auch mein beruflicher Weg doch eigentlich längst hätte gehen können. Viel zu lange aber nicht ging. 

Glücklicherweise habe ich im letzten Sommer endlich wirklich hingesehen und bin losmarschiert, um genau das zu meinem Alltag zu machen und meinen Job drumherum aufzubauen. (Was passiert ist, um diesen Weg schlußendlich zu gehen, darüber schreibe ich übrigens hier: In meinem Jahresrückblick 2020)

Warum ich es so sehr liebe, mit Bildern Geschichten zu erzählen… und was für mich das Großartige daran ist, dies immer und überall zu tun – davon erzähle ich in diesem Artikel. 

Aber bevor ich richtig einsteige noch einmal kurz auf Anfang: Der Impuls für diesen Artikel ist im Rahmen der #boomboomblog-Challenge von Judith Peters | Sympatexter entstanden. Ein herrlicher Arschtritt, der mich auf eine nette Art herausgefordert hat, endlich wieder zu schreiben. Und mir ganz nebenbei noch einmal deutlich gemacht hat, dass das was ich heute mache, wirklich das Allerbeste ist, was ich nicht nur in meiner Freizeit, sondern eben auch beruflich machen kann. Es gab einen langen Weg dorthin, aber jeder einzelne Schritt hat seine Berechtigung. Die Leidenschaft für Fotografie und das Geschichten-Erzählen ebenso wie die Markenexpertise, die ich während meiner langen ersten beruflichen Laufbahn in Werbeagenturen eingesammelt habe.  

Übrigens: Der Artikel ist etwas länger geworden, als ich ursprünglich vorhatte… schnapp dir also vielleicht einen Kaffee, bevor du anfängst zu lesen – oder spring direkt zu den Abschnitten, die dich ansprechen. 

Das erwartet dich im Detail:

Bilder und ich… wir haben eine lange, gemeinsame Geschichte. 

 

Irgendwie kreativ mit Bildern gearbeitet habe ich schon immer. Als Kind habe ich über viele Jahre meinen Eltern nur allzu gerne an Geburtstagen und Weihnachten Gutscheine für irgendwelche Sachen geschenkt. Und viel Zeit hineingesteckt, sie wirklich außergewöhnlich und besonders zu gestalten. Damals noch ganz analog: mit ausgeschnittenen Fotos, gezeichneten Bildern, Schere, Klebe und Papier. Später dann mehr und mehr digital. Und eigentlich waren diese Gutscheine am Ende meist viel wertvoller, als das eigentliche Geschenk. Viele davon gibt es heute noch in alten Kisten meiner Eltern. 

Ich habe auch schon immer gerne fotografiert. So richtig los ging es mit dem Fotografieren während meines Studiums, als ich erst in New York und zwei Jahre später in Buenos Aires das dortige Streetlife – das Leben, wie ICH es dort erlebt habe – mit einer Kleinbildkamera eingefangen habe, um meine ganz persönlichen Momente zu konservieren. 

Dieses „Fotografieren vom Leben, wie es wirklich ist“ hat sich kontinuierlich durchgezogen und ich erinnere mich noch sehr genau daran, dass ich meine erste kleine Digitalkamera etwa im Jahr 2000 gekauft habe. Eine superkleine Canon Ixus – die war damals so etwas wie „State of the art“ und ich war soooo stolz. Superschlichtes Design (ich bin ein Augenmensch in jeglicher Hinsicht und auch die Dinge, die mich umgeben, müssen irgendwie stylish sein), Metallgehäuse … und für damalige Verhältnisse eine super Qualität. Ich hatte sie immer und überall dabei. Und habe konsequent kleine Alltagsmomente damit festgehalten. 

Bei meiner nächsten „Alltags-Kamera“ wuchsen die Anforderungen dahingehend, dass ich unbedingt manuelle Einstellungen vornehmen können wollte, um meine Bilder aktiv so zu gestalten, wie es mir vorschwebte – und nicht der Automatikmodus es vorgibt. So, wie ich das von meiner analogen Spiegelreflexkamera gewöhnt war. Trotzdem sollte sie so klein sein, dass ich sie in der Handtasche dabei haben konnte. Es wurde eine Canon Powershot A95. Ich habe sie geliebt und damit so ziemlich alles festgehalten, was mir vor die Linse kam. 

Und mehr und mehr habe ich dann auch längere Geschichten mit Bildern erzählt. Also nicht nur singuläre Momente eingefangen, sondern ganze Ereignisse in Bildern festgehalten.

Über die Jahre wurden die Geschichten größer.

 

Die erste wirklich „große“ Geschichte habe ich zusammengestellt, als mein damaliger Lebensgefährte seinen ersten Ironman bestritten hat. Das war 2005 in Frankfurt. Ich wollte dieses besondere Erlebnis auch besonders festhalten und erinnern können. Also habe ich an diesem Tag alles, wirklich alles festgehalten: Den Weg noch bei Dunkelheit zum Start am See, … die Aufregung und Anspannung, die allen Freunden und Familie – und erst Recht meinem Lebensgefährten! – ins Gesicht geschrieben stand, …die Wettkampfmomente im Wasser, auf dem Rad und später auf der Laufstrecke, … der wahnsinnig emotionale Zieleinlauf, … und auch die Freude und Erschöpfung danach. 

Alles was an diesem Tag an Material zusammenkam, habe ich zusammengefügt – eine Mischung aus Bildern und Filmaufnahmen – und das Ganze mit Musik und passenden Textbausteinen unterlegt. Und damit diesen Moment für die Ewigkeit und eine lang andauernde Erinnerung konserviert. Es hat mir unfassbar viel Spaß gemacht, daran zu arbeiten und in diesem Moment habe ich das erste Mal gespürt, wie sehr mein Herz für ein Geschichten-Erzählen mit Bildern schlägt. 

Damals wuchs erstmals auch der Gedanke, ob ich so etwas nicht vielleicht auch beruflich machen könnte. Das war das, was ich wirklich geliebt habe… wäre es nicht toll, damit auch mein Geld zu verdienen? So richtig getraut habe ich mich aber nicht. Nicht zuletzt, weil ich irgendwie dachte: Wer will denn schon für solche Geschichten bezahlen? Immerhin steckt in einer so umfangreichen Story und Begleitung eine Menge an einzelnen Arbeitsstunden… und allein diese würden sich schon zu einem stolzen Betrag addieren –noch ganz ohne die kreative Leistung, die ebenfalls ihren Wert hat. Heute weiß ich: Blöder Mindfuck! Es waren einfach Blockaden im Hinblick auf mein Money-Mindset und auf mein Selbstbewusstsein, WIRKLICH gut zu sein, in dem, was ich da mache. Gut, dass ich die endlich ausgeräumt habe!

Immerhin: Die ersten Anfragen, Hochzeiten zu fotografieren, kamen und so habe ich die ein oder andere Hochzeitsreportage in mein (frühes) Portfolio mit aufgenommen. So richtig laut hat mein Herz aber nach wie vor eher für Geschichten geschlagen, bei denen es darum ging, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Und für Projekte in der Musik oder im Sport. 

The Boss Hoss bei einem „Heimspiel“ in Berlin.

Im Sommer 2011 hatte ich als einzige Fotografin die Gelegenheit, The Boss Hoss bei einem Konzert in Berlin zu fotografieren.

 Normalerweise dürfen Fotografen genau für 3 Songs im Graben stehen und NICHT blitzen. Ich war ab dem Nachmittag backstage und konnte die gesamte Zeit des Konzertes im Graben stehen und die Band so dicht fotografieren, wie es sonst eher selten auf Konzerten möglich ist. 

Ein Blick durch’s Schlüsselloch. 

 

Intensive Hintergrundgeschichten. Das war es, was mein Herz wirklich hat höher schlagen lassen. Ich habe mir ganz bewusst immer wieder Projekte gesucht, bei denen ich einen Blick hinter die Kulissen werfen und so dem Betrachter meiner Bilder den Blick in eine Welt öffnen konnte, die ihm sonst verborgen bleibt.

Zwei meiner liebsten Projekte damals waren (und sind immer noch) ein Tag mit Sepultura und eine intensive Hintergrund-Reportage beim 100. Berliner Sechstagerennen. Beides Reportagen, die ich ohne Vorab-Auftrag gemacht habe – ich wollte sie einfach ganz unbedingt umsetzen. Für beide habe ich unfassbares Feedback bekommen. Auch  heute – über 10 Jahre später – schaffen es die Bilder immer noch, die Emotionen dieser Tage zurückzubringen und wieder ganz präsent zu machen. Und mich vollständig in diese Momente von damals zurückzubeamen. 

Denn das ist es, was Bilder schaffen: Sie konservieren Momente und die dazugehörigen Emotionen

Und sie können –  wenn du nicht selbst dabei warst – dir etwas zeigen über Situationen oder Personen und eine Nähe schaffen, die sonst nicht möglich wäre.

Bei beiden Projekten – links ein Bild aus dem Sepultura Shooting, rechts ein Moment aus der Sixdays-Reportage – transportiere ich gerade mit den Bildern, die nicht die strahlenenden Hochglanz-Momente festhalten, das was eine Geschichte erst stark und authentisch macht.  

Sepultura

Sepultura ist eine brasilianische Metal-Band, die es seit inzwischen fast 40 Jahren gibt. Sie spielen auf Bühnen der ganzen Welt und das vor bisweilen über 100.000 Fans. Ich kenne den Sänger Derrick Green seit meiner Zeit in New York Mitte der 90er Jahre und hatte die Idee, sie im Rahmen eines kleinen Club-Konzerts im Berliner Kult-Club SO36 den gesamten Tag zu begleiten und eine intime Backstage-Story mit ihnen zu machen. Ganz dicht. Ungefiltert. Reales Tourleben. 

Die Band war einverstanden und so durfte ich Momente festhalten, die weit entfernt waren von glamourös und davon, wie sich die meisten Fans das tatsächliche Tour-Leben einer Band wahrscheinlich vorstellen. Stundenlanges Warten zwischen Soundcheck und Auftritt. Langeweile. Einsame Telefonate mit den Liebsten zwischendurch. Junkfood. Noch mehr Langeweile. Und so gut wie nie allein, keine Ruhe für sich selbst. 

Ich erinnere mich noch, wie ich am Nachmittag mit Derrick, dem damaligen Drummer Jean Dolabella und dem Filmemacher der Jungs, Estevam, durch Kreuzberg gezogen und mit der U-Bahn zur East Side Gallery gefahren bin. Superstars, die ganz unaufgeregt ihre U-Bahntickets am Kottbusser Tor ziehen, auch wenn sie zwischendurch immer mal wieder erkannt und um Autogramme gebeten werden. Der einzige Moment des Abends, an dem die Backstage-Tür kurz für mich verschlossen war, waren die letzten Minuten vor dem Gig, als sie sich eingesungen und noch einmal als Band „beschworen“ haben. Ansonsten war ich bis weit nach dem Konzert komplett dabei und konnte ohne Einschränkung jedes noch so kleine Detail fotografieren.

Ich habe alles an diesem Projekt geliebt und die Rückmeldungen für die Reportage war unglaublich. Weil ich es geschafft habe, einen ungeschönten, echten, nahbaren Blick auf Menschen zu werfen, der für viele Außenstehende geheimnisvoll und aufregend wirkt … und den sie sonst nie zu Gesicht bekommen würden. Ein bisschen habe ich das Leben der Band an diesem Tag entzaubert –  ohne ihnen aber dabei ihre Magie und Strahlkraft zu nehmen. 

Falls du dich in diesen Tag „hineinbeamen“ möchtest, dann schau doch einmal hier: Sepultura im SO36. Es steht auf der Facebook-Seite, die meine Arbeiten in der Reportage- und Sportfotografie zeigt und dort ist es heute noch vollständig zu sehen. Einen kleinen Ausschnitt siehst du unten.

Das 100. Berliner Sechstagerennen

 

Ein weiteres Projekt, für das ich total gebrannt habe und das bis heute mein absolutes Lieblingsprojekt ist, war die Begleitung eines 2-er Teams beim Sechstagerennen. Ich habe jahrelang als Fotografin an der Bahn im Berliner Velodrom gestanden und die „Sechstage-Luft“ total geliebt. Selbst hochschwanger stand ich an der Bahn (okay, da ohne Kamera, das wäre mir zu gefährlich gewesen, wenn die Fahrer mit 70 km/h dicht an dir vorbeirasen) und auch meinen Sohn habe ich das erste Mal mit ins Fahrerlager genommen, da war er noch keine 2 Jahre alt. 

Der „innere Zirkel“ der Beteiligten an diesen Rennen ist so etwas wie ein in sich geschlossener Wanderzirkus. Es sind über Jahre natürlich immer wieder dieselben Fahrer, die hier fahren – aber es sind vor allem über Jahrzehnte dieselben Mechaniker und Soigneure. Eine komplett eingeschworene Gemeinschaft. Das hat mich total fasziniert und dieses ganz Besondere wollte ich einmal zeigen. Denn das sieht der normale Fan nicht. 

Also ließ ich die Idee reifen, ein Team über die kompletten 6 Tage durch alle Höhen und Tiefen am Tag ebenso wie in der Nacht zu begleiten. Und den Fans draussen damit einen Blick durch’s Schlüsselloch zu ermöglichen. Ich wollte den Fokus einmal ganz intensiv auf den wirklich harten Sport hinter der Biergeruch-geschwängerten und mit lauter Frank Zander-Partymusik gefüllten Kulisse des Berliner Velodroms werfen.

Was passiert eigentlich tagsüber in den Katakomben des Velodrom? Wenn müde Fahrer auf schmalen Pritschen liegen und sich von ihrem Pfleger massieren lassen? Dann wieder versuchen, etwas zu schlafen, … etwas essen, gelangweilt auf dem Handy spielen, sich irgendwann ab dem frühen Abend anfangen, warm zu fahren, damit die Muskeln langsam aufwachen. Und was passiert tagsüber weiter oben im menschenleeren Innenbereich des Velodrom? Wenn die Mechaniker der Fahrer die Räder ihrer Schützlinge fertigmachen und akribisch dafür sorgen, dass die diversen Rennmaschinen jedes einzelnen Fahrers einwandfrei laufen.

Ich hatte damals nicht nur das für mich perfekte Team gefunden – das Rudy Project Racing Team (heute Maloja Pushbikers) – darüber hinaus hatte ich eine Zusage bekommen, meine Reportage mit einer 8-Seiten-Fotostrecke in der Procycling, Deutschlands größtem Radsport-Magazin, zu veröffentlichen. Der Chefredakteur ließ mir komplett freie Hand – Bilder und Text konnten genau so sein, wie ich es haben wollte. Ohne irgendeine Vorgabe. 

Es ist mir dieser Story damals gelungen, einen ganz intimen Blick in eine ansonsten in sich wirklich geschlossene Welt zu werfen und diesen zu teilen. Wenn du dir das umfangreiche Album anschauen magst – auch das findet sich auf meiner ersten Facebook-Seite: 100. Berliner Sechstagerennen

Den Artikel, so wie er damals in der Procycling veröffentlicht wurde, siehst du hier: 

Jede einzelne Minute solcher Projekte liebe ich – egal, wie anstrengend sie werden können!

 

Es ist bei solchen Projekten komplett egal, wie viele Stunden ich am Stück wach bin und wie intensiv ich arbeite. Ich gehe komplett darin auf, die „unentdeckten“ oder vermeintlich unwichtigen Details zu finden, dich ich auf eine ganz besondere Art visuell festhalten kann. Um dem Betrachter das Gefühl zu geben, er war dabei und hat die Situation miterlebt. 

 

Wie geht Storytelling mit Bildern im Business-Kontext von SolopreneurInnen? 

 

Solche Reportagen waren und sind für mich absolute i-Tüpfelchen in meiner Arbeit als Fotografin: Wenn ich mich ganz tief in eine Situation hinein begeben und mit neugierigen Augen alles aufsaugen kann, was sich mir zeigt. Aber auch bei meinen Projekten als Personal Branding Fotografin geht es mir immer darum genau die Dinge aufzuspüren, die etwas über die Person erzählen, die ich fotografiere.

Und nicht einfach nur, die jeweilige Person auf Bildern „hübsch einzufangen“. Wer für ein Branding Shooting zu mir kommt, möchte mit den Bildern etwas über sich erzählen und von sich preisgeben. Sich den eigenen Kunden authentisch und nah zeigen. Ich beschreibe es gerne so: „Wenn du dich von mir fotografieren lässt, dann lässt du – im übertragenen Sinne! – erstmal deine Hüllen fallen und zeigst dich mir „nackt“. Denn nur wenn ich dich sehen kann wie du wirklich bist, kann ich dich auf Bildern so zeigen, wie dich auch deine Kunden wahrnehmen sollten.“ 

Genau deshalb fotografiere ich meine Kundinnen viel lieber dort, wo sie sich in ihrem beruflichen Alltag bewegen als in einem Fotostudio. In ihrem eigenen Umfeld lassen sich die Geschichten, die mit ihnen zu tun haben und zu ihnen gehörenviel besser erzählen. Als Außenstehende nehme ich Dinge wahr, die diejenige, die ich portraitiere, nicht mehr sieht. Weil sie für sie so selbstverständlich sind und damit aus dem bewussten Blickfeld verschwinden. Aber gerade diese selbstverständlichen Dinge – Accessoires, Routinen, bestimmte Bewegungen, … – sind es, die im Kontext mit Bildern den persönlichen und ehrlichen Moment nach außen tragen können. 

Überleg mal: Beim Autofahren passieren viele Dinge automatisch, du denkst nicht mehr darüber nach, wann du vom 3. in den 4. Gang schaltest und brauchst dafür auch keine spezielle Aufmerksamkeit. Auch auf den Wegen, die du regelmäßig fährst, siehst du nicht mehr alles im Umfeld. Aber fahre so einen Weg mal mit einem Kind im Auto. Ich bin mir sicher, das Kind wird dir Dinge erzählen, die es am Wegesrand sieht, die du noch nie bewusst gesehen hast. 

Ich liebe diesen „Blick durch’s Schlüsselloch“ in die Welt von jemand anderem. Um die relevante Story meiner Kundinnen zu finden und mit Bildern zu erzählen.  

Ostwald. Handgemachtes Spielzeug aus Berlin.

Stefanie Ostwald hat ein kleines, feines Label für nachhaltige und hochwertige Lieblingsprodukte für Babys und Kleinkinder. Für sie war es im Rahmen des Shootings wichtig, nicht nur ihre Produkte in den Fokus zu rücken und ein paar Portraits von sich zu bekommen, sondern sich mit ihrer Leidenschaft und ganz eigenen Art, ihre Produkte zu produzieren, zu zeigen. So wie sie ist. Mit all den bunten Stapeln aus Stoff und den mit Knöpfen und Garn vollgestopften Schubladen des Apothekerschrankes in ihrem kleinen Atelier.

Denn sie hat erkannt, dass es Kinderspielzeug in dieser Art durchaus häufiger gibt. Das der Moment, in dem sie Kunden wirklich bindet, aber erst entsteht, wenn sie  etwas über sich selbst erzählt. Und nicht nur ihre Produkte zeigt. 

Geschichten finden sich immer und überall!

 

Auch im sonstigen Alltag gehe ich mit neugierigen und offenen Augen durch den Tag und halte immer noch alles fest, was mir „vor die Linse kommt“. So wie in den Anfängen meiner Fotografie, als ich immer meine kleine Canon dabei hatte. 

Mit einem ganz wesentlichen Unterschied: Damals waren es meist einfach Momente, die ich für mich festgehalten habe. Weil ich das, was ich gesehen habe, irgendwie schön fand – oder einfach Lust hatte, mit meiner Kamera zu spielen. Heute habe ich bei den meisten meiner Bilder im Hinterkopf, ob ich sie vielleicht für einen Post oder an anderer Stelle in meinem beruflichen Kontext einsetzen könnte. Denn es lässt sich bei so vielen Motiven eine Brücke finden zu etwas, das mit dem eigenen Business zu tun hat. Egal was der eigentliche Job ist.

Das ist der Part, an dem das Storytelling einen anderen Duktus bekommt und sich die Reihenfolge ändert: Was möchte ich erzählen, was ist die Botschaft, die ich als Unternehmerin vermitteln will? Und was für ein Bild könnte dies unterstreichen? 

Heute habe ich also eigentlich permanent „zwei Stapel“: Einen Stapel mit Bildern und einen mit Botschaften und Geschichten, über die ich im Kontext mit meinem Job erzählen kann. Manchmal sehe ich ein Bild und weiß sofort, was ich dazu schreiben kann. Manchmal habe ich aber auch zuerst das Thema im Kopf, zu dem ich etwas erzählen möchte… und dann überlege ich, welche Metaphern ich dafür finde und wie ich es visuell transportieren könnte. Wenn mein (digitaler) Stapel an Bildern nichts hergibt, nehme ich etwas neues auf – unterwegs und definitiv mit dem Smartphone. Weil es für Bilder in Social Media Kanälen, die eine schnelle Durchlaufzeit haben, gar nicht so lange dauern und zu kompliziert sein darf. 

 

Bilder und Worte ergeben zusammen die Story für die Business-Kommunikation.

 

Gerade in der schnellebigen Online-Welt braucht es beides in einer stimmigen Komposition. Das Bild funktioniert als Stopper und Türöffner. Im Irrsinn der Newsfeeds und des Informations-Overloads hat das Bild die Aufgabe „Hallo, bleib doch einmal stehen und komm herein“ zu sagen. Die Aufgabe der – geschriebenen – Story ist es, den Leser bei sich zu behalten.

Im Kontext des permanenten Informations-Overloads, dem wir alle heutzutage permanent ausgeliefert sind, ist es – gerade als Unternehmerin! – unglaublich wichtig, klar und wiedererkennbar hervorzustechen. Klar, damit der Betrachter schnell ein Gefühl dafür bekommen kann, mit wem er es hier zu tun hat. Und wiedererkennbar, weil wir einfach so viele Informationen ungefragt serviert bekommen, das das Gehirn selektieren muss, was es durchlässt, um nicht an Überforderung zu krepieren. Und wenn das Gehirn etwas wahrnimmt, das es schon kennt, stoppt es eher, als wenn deine Posts jedesmal komplett anders aussehen.

… drastische Worte, aber so ist es leider. Nur, wer gesehen wird von seiner Zielgruppe, kann auch erfolgreich sein. Und gesehen wird, wer eine klare Botschaft hat und diese über starke Bilder und Geschichten transportiert. An dieser Stelle sind meine 25 Jahre Werbung und Markenarbeit etwas, das ich als wertvolles Asset ins visuelle Storytelling mit aufnehme und sehr genau weiß, wovon ich spreche.

Selbst, wenn nur ein Bild zur Verfügung steht, mit dem man eine Botschaft unterstreichen kann – wie das in Social Media Kanälen meist der Fall ist – ist es möglich, durch ein kraftvolles Bild in Verbindung mit einem Text, der neugierig macht, diesen „Stopper“ zu erzielen, den es in der schnell-lebigen Online-Kommunikation braucht.

Die Beispiele zeigen Posts, wie ich sie für meine Kommunikation auf Facebook und Instagram einsetze. Die Original-Posts mit den dazugehörigen Stories findest du unter anderem hier: Instagram

Storytelling mit starken Bildern ist zum Glück gar nicht so schwer.

 

Ich bin überzeugt, dass jeder lernen kann, seine businessrelevanten Stories mit passenden und aufmerksamkeitsstarken Bildern zu erzählen. Und das müssen absolut nicht immer die Hochglanz-Fotos vom Profi sein. Geht logistisch auch gar nicht. Dafür passiert permanent einfach viel zu viel, zu dem man etwas sagen oder schreiben könnte.  

Wie so etwas geht – eine ganz eigene und authentische Bildsprache für sich zu erarbeiten und diese mit starken Geschichten zu verbinden – das vermittle ich in meinen Programmen und Coachings. In den letzten 2 Jahrzehnten sind zwei starke Leidenschaften gereift und gewachsen – die Fotografie und die Markenarbeit. Ich habe sie schlussendlich so miteinander verbunden, dass ich endlich hauptberuflich nur noch mache, was ich wirklich liebe: Storytelling mit Bildern. 

Ich liebe es dabei übrigens nicht nur, selbst Geschichten zu erzählen, sondern ganz genauso glücklich macht es mich, wenn ich sehe, wie meine Kundinnen durch meine Unterstützung wachsen und so viel klarer in ihrer Visualität und Kommunikation werden. Das ist für mich fast das schönste Kompliment an meine Arbeit. 

Als ersten Einstieg gebe ich in meinem aktuellen Freebie 10 erprobte Tipps, mit denen man zu besseren Bildern mit dem Smartphone gelangt, um die eigenen Stories und Posts visuell kraftvoll zu unterstützen. Und so mehr Sichtbarkeit bekommt. Schau doch mal hier: 10 einfache Wege zu mehr Sichtbarkeit durch kraftvolle Bilder.

Und falls du schauen magst, wie kraftvoll solche Bilder sein können, die ganz nebenbei im Alltag mit dem Smartphone aufgenommen werden, dann folge mir gerne auf Instagram, dort bekommst du einen Einblick, was ich mit Klarheit und Wiedererkennbarkeit und einer kraftvollen, authentischen Bildsprache meine. 

 

 

Übrigens: Das Beitragsbild oben ist eines, das ich für den Celebration Call meines ersten Online-Kurses gemacht habe. Weil ich damals unglaublich stolz auf mich und dankbar für die tolle Kurs-Gruppe war. Dieses Bild hat also seine ganz eigene Geschichte und erinnert mich immer an die Anfänge meines kompletten beruflichen Neustarts und „Kerstin 2.0“

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